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Ein paar biographische Daten aus der subjektiven Sichtweise einer Witwe.

Roberto wurde am 8.Nov.1946 als jüngstes von drei Kindern in Wien geboren. Die Mutter war Wienerin, während der Vater aus dem italienisch-sprachigen Trentino stammte, das vor dem 2.Weltkrieg noch zur K.u.K. Monarchie gehörte und jetzt ein Teil von Italien ist. Der Vater war viele Jahre Opernsänger und konnte seinen Kindern sehr gut die Liebe zur klassischen Musik sowie zur italienischen Kunst, Kultur und Lebensweise vermitteln. Die Ehe der Eltern wurde geschieden und Roberto als Bub von seiner Mutter getrennt. Diese Wunde konnte nie wirklich ausheilen.

Bereits im Alter von 15 Jahren, (so erzählte er mir später und zeigte mir auch den Ort, nämlich einen Waldhügel in der Nähe seines Vaterhauses in Pelugo), hat er sich entschieden Maler zu werden, und wollte nichts anderes! Möglicherweise war`s auch ein Ventil die schmerzliche Kindheit zu meistern.

Als wir am 9.Nov.1967, einen Tag nach seiner Volljährigkeit, in der Piaristenkirche in Wien geheiratet haben, hat uns sein Vater in der Kirche das Ave-Maria von Franz Schubert so schön vorgesungen, daß es zu einer Sternstunde in unserer Ehe wurde!

Nach bestandener Aufnahmeprüfung wurde er Student an der Bildhauer-Akademie bei Prof. Avramidis und wechselte dann in die Malklasse zu Prof. Walter Eckert an die Akademie der Bildenden Künste, wo er 1976 mit dem Diplom abschloss. Seine Entscheidung als Fünfzehnjähriger hat er sein Leben lang kompromisslos duchgezogen, er hat immer gemalt, immer, und wenn nicht gerade mit Ölfarbe und Pinsel auf Leinwand, so hat er gezeichnet, skizziert, gekritzelt auf alles was in der Nähe war, sogar Papierservietten. Das Haus ist voll davon und ich freue mich jetzt noch darüber.

Ein anderes wichtiges Faktum in seinem Leben war die immanent-große Sehnsucht Gott zu suchen und ihm nahe zu kommen. Er forschte täglich in der Bibel, lernte Verse, ja ganze Kapitel, auswendig und wusste soviel Interessantes darüber zu berichten wie selten wer.

Als unsere drei Kinder erwachsen waren und bereits das Haus verlassen hatten, blieben uns noch sieben gemeinsame Jahre, in denen wir zwischen seinem Vaterhaus in Pelugo und der Wiener Wohnung hin und her pendelten.

Roberto war nie wirklich geschäftstüchtig und zur Event-Kultur konnte er keinen Bezug finden, für seine eigenständige Art gab`s keinen Kunstmarkt, kann man ihn ja nirgendwo einordnen. Er zog sich immer mehr in die Bergwelt des Trentino zurück und als er sich gesundheitlich nicht mehr in der Lage fühlte, ihm vielmehr die Kraft fehlte malen zu können, verzweifelte er immer mehr. An medizinische Hilfe glaubte er nicht und fiel immer tiefer in Depressionen. Am 31.Okt.2003 beendete er sein Leben „mit Gott versöhnt“, wie er deutlich lesbar in seinen Bibelkalender an diesem Tag hineingeschrieben hatte, inmitten seines Malzimmers in der Wiener Wohnung, umgeben von all den Bildern, die er am Abend vorher noch aufgestellt hatte. Warum? Damit sie ihn hinüberbegleiten??

Seine Grabstätte befindet sich auf dem Kalksburger Friedhof in Wien, wo sein langjähriger Freund Matthias Karl ein Grabdenkmal für ihn gestaltet hat.

Franziska Nodari

Un paio di dati biografici dal punto di vista di una vedova